Zukunftsperspektiven von minderjährigen Flüchtlingen nicht zerstören!

Don Bosco Flüchtlingswerk appelliert anlässlich des Tags der Kinderrechte an die Regierungsverhandler: Minderjährige Flüchtlinge dürfen nicht als Kinder und Jugendliche 2. Klasse behandelt werden

Die Kinderrechtskonvention besagt, dass jedes Kind ein Recht auf eine angemessene soziale Absicherung hat. „Wir appellieren an die Regierungsverhandelnden, die Verantwortung gegenüber Kindern und Jugendlichen ernst zu nehmen, ihre Rechte zu schützen und keine Maßnahmen zu planen, die zu Kinderarmut und Kinderrechtsverletzungen in Österreich führen“, sagt Eva Kern, Geschäftsführerin des Don Bosco Flüchtlingswerks, das von den Salesianern Don Boscos, den Don Bosco Schwestern und von „Jugend Eine Welt“ getragen wird.

„Insbesondere Kinder aus geflüchteten Familien und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) werden schon jetzt massiv benachteiligt. Das beginnt bei der Gesundheit, führt über Bildung und endet bei der sozialen Teilhabe“, so Kern und weiter: „Die neue Regierung sollte alles daran setzen, die Zukunftsperspektiven minderjähriger Flüchtlinge nicht zu  zerstören, sondern vielmehr ihre Diskriminierung in der Grundversorgung zu beenden und gleiche Betreuungsstandards für alle Kinder in Österreich sicherzustellen.“  

In diesem Zusammenhang verweist das Don Bosco Flüchtlingswerk als Mitglied des „Netzwerks Kinderrechte Österreich“ auch auf dessen aktuelle Forderungen an die zukünftige Regierung und den Nationalrat.

Nicht bei den Ärmsten sparen

Sparmaßnahmen dürfen nicht auf dem Rücken der Allerärmsten ausgetragen werden. „Aktuell wird über eine einheitliche Kürzung der Mindestsicherung für Asylwerber diskutiert. Armut hat nicht nur finanzielle Aspekte, sondern wirkt sich auch auf das Sozialleben, die Gesundheit und die Chancengleichheit von Minderjährigen aus und erschwert im Fall von minderjährigen Flüchtlingen ihre gute Integration in die österreichische Gesellschaft. Mit den geplanten Einsparungen löst man keine Probleme, sondern schafft eine größere Kluft zwischen Arm und Reich und für die Zukunft noch mehr Probleme“, so Kern.

Härte bei Rückführungen

Die Zahl der Rückführungen von 5.788 Menschen bis Ende Oktober ist im Vergleich zum Vorjahr um 50,7% gestiegen. Dazu Kern: „In viel zu vielen Fällen demonstriert Österreich hier soziale Härte und Unmenschlichkeit - insbesondere bei jungen Asylwerbern, die während ihrer Lehrzeit abgeschoben werden. Die Gesetzeslage sollte künftig unbedingt Rücksicht auf den Fortschritt der Lehre sowie auf die Interessen der Lehrherren nehmen. Das Mindeste wäre, die jungen Menschen ihre Lehre zu Ende bringen zu lassen und ihnen damit eine Zukunftschance im Herkunftsland zu geben. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist in jedem Fall eine gute Investition in die Zukunft junger Menschen, egal ob sie in Österreich bleiben, oder in ihr Heimatland zurückkehren.“  

 

Zum Weiterlesen: Offener Brief an die 183 Nationalratsabgeordneten und die zukünftigen Regierungsmitglieder auf www.kinderhabenrechte.at