Diakonenweihe bei den Salesianern: Andere Menschen großmachen

Diakonenweihe bei den Salesianern: Weihbischof Turnovszky (Mitte) mit Johannes Haas und Peter RindererDie Salesianer Don Boscos feierten die Diakonenweihe von Johannes Haas SDB und Peter Rinderer SDB.

Am Fest Maria Empfängnis am 8. Dezember 2017, wurden in der Don Bosco Kirche in Wien Neuerdberg die beiden Salesianer Don Boscos Johannes Haas und Peter Rinderer zu Diakonen geweiht. Das Sakrament spendete der Wiener Weihbischof Stephan Turnovszky.

„Ja“ zum Ruf zu den Menschen

„Wie kann ich glücklich leben?“, fragte Weihbischof Turnovszky in seiner Predigt. „Peter und Johannes, ihr seid junge Menschen: Wie kann sich euer Leben entfalten?“ Beide sagen für ihren Lebensweg: „Jesus hat uns vorgelebt, im Vertrauen auf Gott seinen Willen tun. Wir grenzen uns nicht ab von der Welt, sondern wir sagen ‚Ja‘ zum Ruf in die Kirche und zu den Menschen.“ Turnovszky erklärte zum Wesen eines Diakons als das sichtbare Zeichen der Kirche in der Welt: „Wer wäre dafür ein besserer Lehrmeister als der heilige Johannes Bosco, der sich gebeugt hat, um den Jungen, den Kleinen, den sozial Schwachen zu dienen? Dienen bedeutet, andere Menschen großmachen.“

Provinzial Pater Petrus Obermüller SDB erinnerte am Festtag auch an die Bedeutung des 8. Dezember 1841 für die Salesianer: Don Bosco begegnete an diesem Tag dem heimatlosen Maurerlehrling Bartolomeo Garelli. Nachdem der Bursche aus einer Kirche vertrieben worden war, suchte der junge Priester das Gespräch mit ihm und gewann das Vertrauen Bartolomeos mit der einfachen Frage: „Kannst du pfeifen?“

In diesem Charisma stehen auch die beiden Diakone. Peter Rinderer erklärt: „In der Weihe ist mir neu bewusst geworden: So vieles im Leben ist Geschenk. All das, was ich empfangen habe, möchte ich weitergeben. Als Diakon ist es mein expliziter Auftrag für Menschen am Rand der Gesellschaft da zu sein und das möchte ich in meinem Lebensumfeld in Wien tun.“ Und Johannes Haas bekräftigt: „Ich fühle mich getragen von den vielen Menschen, die meinen Weg begleiten. Es gibt mir unendlich viel Kraft für den Dienst an Gott und den Menschen. Ich spüre, dass ich auf dem richtigen Weg bin.“

Viele haben Johannes Haas und Peter Rinderer auf ihrem Weg begleitet. Mehr als 500 haben mit Freude den Festtag mit ihnen gefeiert: die Mitbrüder und Mitglieder der Don Bosco Familie, die Familien aus Oberösterreich und Vorarlberg, die Salesianische Jugendbewegung, die Gemeinschaft der Volontärinnen und Volontäre, Studien- und Arbeitskolleginnen und -kollegen und Freunde aus den Pfarren Neuerdberg und Stadlau und anderen salesianischen Einrichtungen.

Kurzporträts

Johannes Haas SDB: Der Liturge und Sänger

Johannes Haas SDB wurde 1987 in Schardenberg/Oberösterreich geboren. Er besuchte das Aufbaugymnasium in Horn, das er 2007 mit der Matura abschloss. Im Canisiusheim lernte er die Salesianer und Don Bosco kennen und entschloss sich, selbst der Ordensgemeinschaft beizutreten. Nach der Vorbereitungszeit in Wien und im internationalen Noviziat in Italien legte er 2009 die Erste Profess ab. Von dort ging Hannes zum Studium der Philosophie und der Sozialen Arbeit nach Benediktbeuern in Oberbayern. Ein sozialpädagogisches Praktikum absolvierte er im Wiener Don Bosco Haus. Er ist in der Salesianischen Jugendbewegung engagiert und ein guter Sänger. Mit seiner Stimme bereichert Hannes als Kantor öfter Feste und Gottesdienste. Das Diakonatspraktikum führt ihn in die Wiener Pfarre Stadlau Herz Jesu.

Peter Rinderer SDB: Vom Volontär zum Salesianer

Peter Rinderer SDB, geboren 1986, ist in Thüringerberg/Vorarlberg aufgewachsen. Nach der HTL-Matura wurde er Freiwilligenhelfer in einem Straßenkinderprojekt der Salesianer in Tijuana/Mexiko. Nach der Vorbereitungszeit im Noviziat legte er 2009 seine Erste Profess ab. Er studierte Philosophie und Soziale Arbeit in Benediktbeuern/Bayern und war im Don Bosco Flüchtlingswerk und im Schülerheim in Fulpmes pädagogisch tätig. In Wien qualifizierte er sich neben dem Theologiestudium in den Bereichen Sozialmanagement und Medienarbeit weiter und ist als freier Journalist tätig. Mehrere Jahre begleitete er das Volontariatsprogramm von „VOLONTARIAT bewegt“. Als Diakon ist er in der Wiener Pfarre Neuerdberg Don Bosco tätig. Seinen Auftrag sieht er als Diener der Jugend, Diener der Freude, Diener der Kirche: „Das versuche ich mit Seiner Gnade zu leben - für immer und zugleich in den kleinen Dingen des Alltags, mutig und zugleich demütig, innerlich und zugleich mitten in der Welt, verwurzelt in Christus und zugleich offen für Neues.“

Damit das Leben junger Menschen gelingt – in Österreich und weltweit

Die Salesianer betreuen in Österreich Kindergärten und Schulen, leiten Pfarren und Jugendzentren, führen Wohnheime für Studentinnen und Studenten, für Schülerinnen und Schüler und laden in der Salesianischen Jugendbewegung zu zahlreichen Freizeitaktivitäten und religiösen Angeboten ein. Besonders fördern die Salesianer entsprechend ihrem Ordensauftrag die soziale Jugendarbeit. Im Mittelpunkt stehen Jugendzentren und die Hilfe für minderjährige Asylwerber in Kooperation mit dem „Don Bosco Flüchtlingswerk“ sowie Freiwilligeneinsätze für junge Erwachsene in Ländern des Südens mit dem „Verein Volontariat bewegt“.

Don Bosco (1815-1888): Priester, Jugendapostel und Streetworker Gottes

Don Bosco war Jugendapostel, Pädagoge, Zauberkünstler, Schriftsteller, Sozialarbeiter, begeisterter Priester und Ordensgründer. In der italienischen Industriemetropole Turin begegnete er arbeitslosen und sozial entwurzelten Jugendlichen. Er holte sie von der Straße und nahm sie in seinem „Oratorium“, einem offenen Jugendzentrum, auf. Für die Erziehung von Kindern und Jugendlichen betrachtete er vier Elemente als wesentlich:

Geborgenheit, Freizeit, Bildung und Glaube. Am 31. Jänner 1888 starb Johannes Bosco. Er wurde am 1. April 1934 heiliggesprochen und wird weltweit als Schutzpatron der Jugend verehrt.

Festmesse Diakonenweihe

Fotos: Ossi Mlynski jun./Don Bosco